Chronik

Chronik der Bahlinger Turner

 

Die Abteilung Turnen im Bahlinger Sport-Club hat ihren Ursprung im früheren Turnverein Bahlingen. Dieser Verein war am 2. Juli 1929 von zehn Turnfreunden im „Rebstock“ gegründet worden. Versuche zur Gründung eines Turnvereines hatte es schon Mitte der zwanziger Jahre gegeben, doch war dieser Versuch gescheitert. Der zweite Anlauf klappte dann besser, obwohl der junge Verein zunächst nochführungslos war. Nach monatelangem Suchen fand sich in Zimmermeister August Boos ein 1. Vorsitzender.

Sofort nach der Gründung hatte man den Turnbetrieb aufgenommen. In wenigen Wochen übten die Turner unter Robert Kaufmann eine Feiübung ein, die sie beim 25jahrigen Stiftungsfest des Musikvereins vorführten. Dieser Auftritt brachte den jungen Verein im Dorf erst richtig ins Gespräch. Die erste Generalversammlung wurde am 6. April 1930 im „Rebstock“ abgehalten. Schon damals tauchte das Problem auf, das den Verein dann über Jahrzehnte begleiten sollte: Der Übungsraum. Im Protokoll heißt es, dass die Firma Steiert & Söhne für eine monatliche Miete vom RM 20 bereit gewesen wäre, einen Raum zur Verfügung zu stellen. Es ist verständlich, dass dieser Betrag dem jungen Verein, der noch keinerlei Geräte besaß, zu hoch war. Man erteilte auf der Generalversammlung dem Vorstand den Auftrag, mit der Firma nochmals zu verhandeln – anscheinend ohne Erfolg, denn in späteren Protokollen wird immer der „Rebstock“ als Übungslokal genannt.

Große Sorgen bereitete die Anschaffung der Geräte. Keulen, Stäbe und dergleichen bezahlten die Turner zunächst aus eigener Tasche. Und so war natürlich der Kauf des ersten Barrens – er kostete ab Fabrik Frankenthai RM 321 – ein großes Ereignis. Am Sonntag, den 3. August wurde er auf einem von zwei schneidigen Pferden gezogenen Wagen unter Begleitung der Turnschüler, Turnschülerinnen, Zöglingen und Turner zum Vereinslokal „Rebstock“ überführt. Außerhalb des Dorfes traten die Turner erstmals am 24. August 1930 beim Köndringer Heimattag auf. Acht tage später folgte die erste Veranstaltung des Vereines, die festliche Einweihung des neuen Barrens im Rahmen eines Schau- und Werbeturnens im „Bad Silberbrunnen“, bei dem alle Nachbarvereine mitwirkten. Schon am 27. Dezember traten die Turner mit einer Weihnachtsfeier an die Öffentlichkeit, die laut Protokoll großen Anklang fand. Große Verdienste um den Verein erwarb sich in jenen Anfangsjahren der damalige Oberlehrer Renkert, dessen führende Hand immer wieder spürbar wird. Ende 1932 zählte der Verein bereits 130 passive Mitglieder, 22 aktive Turner, 31 Turnschüler, 43 Turnschülerinnen und 13 Zöglinge. Im selben Jahr wurde noch eine Turnerinnenriege gegründet. In den folgenden Jahren ging es stetig aufwärts. Der Verein pflegte Kontakt mit den Nachbarvereinen, und bei Wettkämpfen errang immer eine stattliche Zahl Turner den begehrten Siegerkranz. Besonders der Name von Robert Kreutner taucht in den Protokollen immer wieder auf. Er war in den Jahren bis zum Krieg der beste Bahlinger Turner. Im eigenen Dorf trat man jedes Jahr mit einem Schau- und Werbeturnen an die Öffentlichkeit, das meist mitten im Dorf auf dem „Schulplatz“ abgehalten wurde. Ebenso wurde alljährlich in den Wintermonaten ein bunter Abend geboten.

 

Neben dem Turnen, das natürlich im Mittelpunkt stand, wurde auch der Leichtathletik die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Ebenso wird 1932 im Protokoll ein Schwimmwart genannt, außerdem entstand in den dreißiger Jahren ein Spielmannszug. Der damaligen wirtschaftlichen Lage entsprechend – sie wurde am Kaiserstuhl noch verschärft durch ein verheerendes Hagelwetter – sieht sich die Generalversammlung veranlasst, den Jahresbeitrag von RM 3,00 auf RM 2,50 herabzusetzen. 1932 findet auch das Problem des Übungsraumes eine Lösung. Mit großzügiger Unterstützung von Sonnenwirt Fritz Beck kann in dessen Garten eine kleine Turnhalle errichtet werden. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage verzichtet der Verein auf eine offizielle Einweihung.

 

Das Jahr 1933 brachte auch den Bahlinger Turnern einige Sorgen. Vor allem scheint ihnen der damalige Bezirksturnführer nicht besonders gewogen zu sein. Ein schwerer Schlag war dazu der Tod des Ersten Vorsitzenden August Boos im selben Jahr. Seine Turner trugen ihn zu Grabe, zum Nachfolger wurde Fritz Holderer gewählt. Besonders erfolgreich war für die Turner das Jahr 1936. Die Turnerriege hielt sich im Mannschaftswettbewerb um die Kreismeisterschaft hervorragend und unterlag erst im Endkampf der FT von 1844 Freiburg knapp. Ein Jahr später musste die Schülerriege aufgelöst werden, denn Jugendliche durften nur noch innerhalb des Jungvolks und dr Hitlerjugend Sport treiben. Im selben Jahr übernimmt Fritz Kaufmann den Vorsitz des Vereins. Bereits 1938 hören im Protokollbuch die Eintragungen auf und werden erst 1949 wiederfortgesetzt. Mit Kriegsbeginn wurden die meisten Turner eingezogen, und viele kehrten nicht mehr zurück.

 

Zusammenschluss mit den Fußballern

Während die anderen Sportarten schon bald nach Kriegsendeden Spielbetrieb wieder aufnahmen, mussten die Turner auf Anordnung der Besatzungsmacht bis 1949 warten. Im April dieses Jahres nahm eine kleine Schar einen neuen Anlauf. Man verzichtete auf die Gründung eines eigenen Vereins und schloss sich als Abteilung dem Bahlinger Sport Club an. Übungsplatz war vorläufig der Hof des „Rebstock“. Die Leitung der Abteilung übernahm Willi Kreutner. Schon im Oktober wurde das erste Schau- und Werbeturnen gestartet, dieses Mal in der Halle der Winzergenossenschaft. Im Januar 1950 konnte man wieder in die kleine Turnhalle hinter der „Sonne“ einziehen. Allmählich kam der Turnbetrieb wieder in Gang, und am 18. April 1950 waren alle Funktionen in der Abteilung besetzt. Ein Jahr später wurde auch die Turnerinnenriege ins Leben gerufen. Bald machten die Bahlinger Turner bei Wettkämpfen wieder von sich reden, und nach der Überwindung der ersten Anfangsschwierigkeiten herrschten in der Abteilung wieder reger Betrieb und reges Leben. Ein erster Höhepunkt jener Jahre war das Turnfest vom 2. – 4. Juni 1951, an dem sämtliche Bahlinger Vereine und neun auswärtige Turnvereine teilnahmen. Das Hauptproblem scheint damals die Aufstellung einer leistungsstarken Turnerriege gewesen zu sein. Die Lücken, die der Krieg gerissen hatte, ließen sich nur schwer wieder schließen. Dagegen florierten die Damen-, Schüler- und Schülerinnenriegen. Besonders die Turnerinnen nahmen an vielen Veranstaltungen örtlicher und auswärtiger Vereine teil. Als Beispiel sie hier die Mitwirkung am Kaiserstühler Einfest im Jahre 1953 in Eichstetten erwähnt. Schon ein Jahr später begann es jedoch in der Abteilung zu kriseln, obwohl nahezu hundert Aktive am Turnbetrieb teilnahmen und begabter Nachwuchs vorhanden war. So errang zum Beispiel die Jungendriege bei den Kreismeisterschaften in Ihringen den ersten Platz. Ein weiterer Höhepunkt war die Feier des 25jährigen Bestehens am Pfingstmontag 1954 mit vielen Vereinen der Umgebung. 1955 übernahm Adolf Holderer die Leitung der Abteilung. Es kam nochmals Hoffnung auf, doch dann ging es bergab, und am 11. Mai 1957 beschlossen die letzten Getreuen, den Betrieb der Turnabteilung bis auf weiteres ruhen zu lassen. Ursache zu dieser Entwicklung war das Fehlen einer richtigen Turnhalle, in der ein moderner Turnbetrieb möglich gewesen wäre. Fast genau zehn Jahre später, am 22. Juni 1967, wurde die Turnabteilung des Bahlinger Sport Club wieder ins Leben gerufen. Den Anstoß hierfür gab der Bau einer Gymnastikhalle in Verbindung mit dem Schulhausneubau. Die Leitung der Abteilung übernahm Hans Häuber. Diese Wahl erwies sich als wahrer Glücksgriff für die Turnbewegung in Bahlingen, denn unter seiner Regie hat die Turnabteilung einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Stellvertretender Abteilungsleiter wurde der im Juni 1973 leider viel zu früh verstorbene Bert Schweizer.

 

Der erste Auftritt nach der Wiedergründung    

Bald traten die turner wieder mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Ihren ersten großen Auftritt hatten sie aus Anlass des 40jährigen Jubiläums des Bahlinger SC am Sonntag, den 1. Juni 1969. Dieser Sonntag war als „Tag der Turner“ ins Festprogramm aufgenommen worden. Der Nachmittag brachte zunächst einen großen Umzug durch die festlich geschmückten Straßen des Dorfes. Dabei waren der Reitverein Kenzingen mit zehn Reitern, Turnverein und Spielmannszug Bötzingen, die Turnvereine Eichstetten, Wyhl und Weisweil, der Spielmannszug Sexau und die Turnvereine Köndringen und Ihringen. Den Abschluss bildeten der Musikverein Bahlingen und über einhundert Aktive des Veranstalters. Wegen drohender Regenwolken musste das Schau- und Werbeturnen vom Sportplatz ins Festzelt verleget werden, wo die Darbietungen vor einer dichtgedrängt sitzenden Menschenmenge weitergingen. Neben den Vorführungen an Reck, Boden, Barren und Schwebebalken war das gemeinsame Auftreten der Spielmannszüge Bötzingen und Sexau besonders eindrucksvoll. Das erste große Fest, das die Turner in eigener Regie veranstalteten, feierten sie vom 25. – 28. Mai 1973. Nach sechsjähriger Tätigkeit wollten sie vor der Öffentlichkeit unter Beweis stellen, was innerhalb der Turnabteilung geleistet worden war. Gelegenheit hierzu hatten Buben und Mädchen, Turner und Turnerinnen beim Festbankett am Samstag. Zuvor hatte es die üblichen Ansprachen und Ehrungen gegeben. Für einen Farbtupfer sorgten die Majoretten aus Logelbach/Elsaß mit ihrn Auftritten. Am Sonntagnachmittag bewegte sich ein großer Umzug durch sie Straßen des Dorfes. An ihm nahem teil: der Musikverein Bahlingen und Turnvereine Ebringen, Eichstetten, Ihringen, Bötzingen mit Spielmansszug, Köndringen, Oberrotweil, Wyhl, Sexau mit Spielmannszug, Riegel und Herbolzheim. Den Schluss bildete der Veranstalter, die Turnabteilung des BSC mit ihren sämtlichen Aktiven. Im Festzelt folgte dann das Schauturnen der Gastvereine. Der große Star des bunten Abends am Sonntag war Freddy Breck, der sich als hervorragender Sänger und Unterhalter erwies. Außerdem gestalteten eine Trampolingruppe aus Ichenheim und Kunstradfahrer aus Riegel das Programm. Das Fest endete am Montag mit einem Kindernachmittag und einem Tanzabend. Mit einem Tanzabend am Freitag zuvor hatte es schon begonnen. In all den Jahren haben Aktive der Turnabteilung bei vielen Veranstaltungen befreundeter Vereine die Farben des BSC würdig vertreten. Ebenso beteiligten sich Mannschaften und Einzelturner an den vom Verband ausgeschriebenen Wettkämpfen, z.B. Kreiskinderturnfest, Kreisturnfest, Gauturnfest. Die Bahlinger Turnerinnen uns Turner kehrten immer mit guten Platzierungen sowohl in den Mannschafts- wie auch den Einzelwettbewerben nach Hause. Zu erwähnen ist der 1. Platz, den Elfriede Vögtlin beim Gauturnfest in Lahr im „WK 51“ errang. 

 

Hervorragende Schülerturner

 Anfang der siebziger Jahre hatte die Turnabteilung eine starke, von Ernst Seiter trainierte Schülerriege, zu der Roland Hagen, Bernd Wissert, Klaus und Peter Müller gehörten. Die Erfolge begannen am 16.5.1971 mit dem 2. Platz bei den Gau- Mannschaftswettbewerben. Den 1. Platz belegten die starken Herbolzheimer, die zu schlagen den Bahlingern nie gelang. Mi Recht konnte man aber sagen, dass damals Herbolzheim und Bahlingen die besten Schülerturner in der Leistungsstufe V in ganz Baden hatten. 1972 war für die Turntalente das erfolgreichste Jahr. Sowohl bei den Gaumeisterschaften als auch bei den Badischen Meisterschaften errang die Riege den 2. Platz. Durch einen 4. platz bei den süddeutschen Regionalausschesungen qualifizierte sich sogar für die deutschen Meisterschaften, wo sie am 25.6.1972 in Stuttgart einen nie erwarteten 7. Platz belegten. Leider mussten Roland Hagen und Bernd Wissert aus gesundheitlichen Gründen den Leistungssport aufgeben, während Klaus und Peter Müller noch ein Jahr weitermachten. Bei den Gaumeisterschaften kamen sie 1973 in der Einzelwertung auf den 1. und 3. Platz, bei den badischen Meisterschaften auf den 3. und 4. Platz. Auf der Generalversammlung des BSC wurde am 17.11.1973 offiziell die Gründung der Volleyball-Mannschaft bekannt gegeben. Ihre Betreuung übernahm Christian Becker. Da in Bahlingen keine geeignete Halle zur Verfügung stand, spielten und trainierten die Volleyballer zunächst in Wagenstadt und dann in Nimburg. Trotz der widrigen Umstände gelang es 1977, eine Damen-Volleyballmannschaft auf die Beine zu stellen. Das Jahr 1975 brachte den entscheidenden Schritt zum Breitensport. Damals wurden eine Frauen- und eine Männergymnastik gegründet und wurde erstmals eine Skigymnastik durchgeführt. Außerdem veranstalteten die Turner 1976 den ersten „Silberberg-Familienwandertag“. Nachdem 1979 das Fest zum 50jährigen Jubiläum ein voller Erfolg war, trainierten die Gruppen der Turnabteilung weiter in der Gymnastikhalle der Silberbergschule. 224 aktive Sportler teilten sich auf vier Schülerriegen, vier Mädchenriegen, eine Gymnastikgruppe und die Männergymnastik. Die Volleyballmänner und die neu gegründete Damenmannschaften der Volleyballer trainierten aus Platzmangel weiterhin in der Nimburger Halle. Ebenfalls neu gegründet wurde eine Akrobatikgruppe, die von Heinz Maurer geleitet, aus Platzgründen jedoch nur am Sonntagnachmittag trainieren konnte. Abteilungsleiter Hans Häuber und Jugendleiter Heinz Maurer lag die Ausbildung der Trainer sehr am Herzen, so dass dieses Jahr fünf Betreuer der Turngruppen ihre Ausbildung zum „Vorturner“ machten. Heute entspricht dieser Vorturnlehrgang dem Grundlehrgang zum nebenberuflichen Übungsleiter. Der BSC- Unterhaltungsabend und der Silberbergwandertag waren Höhepunkte in den spätern 70er und in den 80er Jahren. Besonders die von Monika Mutschler geleitete Mädchengruppe glänzte als Mutschi-Girls mit ihren Tanzvorführungen bei Unterhaltungsabenden und BSC-Fasnet, sowie mit Auftritten bei anderen Vereinen. Auch die Akrobatikgruppe vertrat den Verein mit tollen Showvorführungen bei mehreren Veranstaltungen im gebiet des Breisgauer Turngaus. Leider musste der Übungsbetrieb dieser Gruppe im Sommer 1981 eingestellt werden, da mehrere Aktive aus beruflichen und schulischen Gründen ausschieden. 1982 trainierten in der Turnabteilung 249 Sportler im Alter von 5 – 55 Jahren, 170 Kinder und 79 Erwachsene. Die Turnabteilung bestand aus 15 verschiedenen Gruppen und 14 Trainer. Im Dezember 1982 ist die Leichtathletikgruppe neu zur Turnabteilung gekommen. Bei der Generalversammlung 1982 gab Hans Häuber sen. sein Amt als Abteilungsleiter ab, das er seit der Wiedergründung der Abteilung 1967 inne hatte. Neu gewählt als 1. Abteilungsleiter wurde Hans Boos. Für die Turnabteilung war dies eine glückliche Entscheidung, denn er engagierte sich als Fachmann mit ein paar anderen Vereinsmitgliedern, darunter Walter und Dieter Holderer, sehr für die neue Silberberghalle, die im Rohbau stand. 1984 hörte Karl Wissert nach 1 Jahren Tätigkeit als Rechner der Turnabteilung auf. Ihm folgte Gerold Krams, der dieses Amt bis heute ausübt. Im November 1984 wurde die neue Silberberghalle eingeweiht. Für die Turnabteilung war dies ein wichtiges und lang ersehntes Ereignis. Vieles änderte sich jetzt in den verschiedenen Gruppen. Von den bisher gewohnten 10m X 16m in der Gymnastikhalle der Schule, kam man jetzt auf 19m x 36m in dem neuen Bahlinger Schmuckstück. Ein rasanter Anstieg um 44% der Aktiven auf 444 Personen war die Folge. 21 Gruppen der Turnabteilung trainierten in der Silberberghalle. Neu dazugekommen sind Vorschulgruppe und das Mutter-Kind-Turnen. Ende 1987 betrug die Zahl der Turner 463 aktive Mitglieder in 25 verschiedenen Gruppen. Insgesamt wurden über 2000 Trainerstunden im Jahr geleistet. Höhepunkt des Jahres war der Unterhaltungsabend. In der überfüllten Silberberghalle zeigten die Erwachsenengruppen ein tolles dreistündiges Non Stop Programm, an dem unter anderem auch der Deutsche Meister am Seitpferd, Manfred Wittner, mitwirkte. Sportliches Hauptereignis war die Teilnahme am Deutschen Turnfest im damals noch geteilten Berlin. 30 Bahlinger Teilnehmer stellten sich Gegnern oder den Punktrichtern. Der zehnte Platz der Männermannschaft beim TV- Mannschaftskampf war das herausragende Ergebnis aus Bahlinger Sicht. Die Leichtathleten starteten bei Kreis- und Landesmeisterschaften. Die Volleyballer spielten mit zwei Mannschaften in der Bezirks- bzw. Kreisklasse. 1988 wird Heinz Maurer zum 1.Abteilungsleiter, Hans Häuber  zum Oberturnwart, und Gaby Schweizer zur Schriftführerin gewählt. 1989 feierte der BSC sein 60jähriges Jubiläum. Der Festsonntag wurde von der Turnabteilung gestaltet. Nachmittags fand die Turn-Kreis-Olympiade statt, für die eigens ein Schwimmbassin von 6 X 12 m auf dem Parkplatz der Halle aufgebaut wurde. Am Sonntagabend fand vor überfüllter Halle eine Sport-Gala statt, an der unter anderem auch die mehrfache Welt- und Europameisterin im Rollkunstlauf, Frederique Florentin mitwirkte. Die Gruppen der Turnabteilung wachsen weiter leicht an auf 484 Aktive. 1990 kämpften die Schülerinnen und Schüler bei Kreis- und Gauwettkämpfen, die Leichtathleten starteten ebenfalls bei Kreismeisterschaften, wo fünf Siegertitel gewonnen wurden. Diese Erfolge sind mit der neuen Schulsportanlage möglich geworden, denn bisher trainierten die Leichtathleten im Sommer in Nimburg. Die Volleyballer spielen mit einer Herren- und einer Damenmannschaft sowie mit männlichen und weiblichen Jugendmannschaften. Im Spätjahr 1991 wurde auch das Kunsturnen in Bahlingen wieder belebt. Landestrainer Flavio Bessi suchte junge Talente für das Turnen und kam zu einem Sichtungstraining in die Silberberghalle. Stefan, Markus und Martin  Koch, sowie Phillip Häuber kamen in die damals neu gegründete Fördergruppe Freiburg. 1992 wurde Sabine Kreutner in der Generalversammlung zu Schriftführerin der Abteilung gewählt. 1993 kam im Erwachsenenbereich die Fitnessgruppe von Monika Mutschler dazu und ebenfalls 1993 schafften Phillip Häuber und Stefan Koch den Sprung in den badischen Landeskader, dem Phillip bis heute angehört. Der finanzielle Grundstock für die vielfältige Tätigkeiten waren Veranstaltungen wie Silberberg-Wandertag, Unterhaltungsabend, Hoselipsfest und der Silberberglauf der Leichtathleten, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. 1994 turnten die drei Koch Brüder und Phillip Häuber weiterhin im Förderstützpunkt Freiburg. Im Oktober führten wir das Kaiserstuhl-Pokal-Turnen durch. Aus den Turnerhochburgen Heidelberg, Herbolzheim und Hanauer Land waren Starter dabei. Im Oktober traf aber auch ein schwerer Unfall die Turnabteilung. Unser Jugendleiter Oliver Kaufmann verunglückte schwer im Training. 1995 löste Martin Koch seinen Bruder Stefan Koch im Landeskader ab. Neu im Förderstützpunkt trainierten Florian Wissert und Simon Kreutner. Durch die starke bahlinger Beteiligung konnte eine Trainingseinheit in der Silberberghalle verlegt werden. Zwei Benefiz-Veranstaltungen für unseren Olli Kaufmann wurden durchgeführt, die Kreis-Familienfeier im März und die große Benefizveranstaltung das ganzen Dorfes im Juni auf dem Sportplatz. Die Badischen Kunstturnmeisterschaften der Schüler fand im Oktober in der Silberberghalle statt. Im Dezember 1995 feierte die Männergymnastik ihr 20jähriges Bestehen und Ende des Jahre gab Inge Schweizer ihr Traineramt ab. Sie war Übungsleiterin in der Turnabteilung seit 1967. 1996 wird Hannes Elsner zum ersten Abteilungsleiter gewählt. Im Erwachsenenbereich trainieren die etablierten Gruppen. Im Schülerbereich dominieren die Mädchen. Neun Gruppen von Mädchen stehen der Leistungsriege der Jungs und einer Allgemeingruppe gegenüber. Neu in der Abteilung ist Judo. Ein Angebot für Kinder, das aber nur zwei Jahre in Anspruch genommen wurde. Die Kunstturner erringen vordere Plätze auf Gau- und Landesebene. Phillip Häuber nimmt zum ersten Mal an deutschen Meisterschaften teil. Die Leichtathletin Corinna Häßig erzielte ebenfalls Topplatzierungen bei den Badischen Landesmeisterschaften. Die Volleyballer spielen mit insgesamt sechs Mannschaften in den verschiedenen Runden.

1997 fanden verschiedene Veranstaltungen statt. Unterhaltungsabend, Sekt & Oldie-Night, Schau der Kunstturner sowie verschiedene sportliche Wettkämpfe geben die finanziellen Möglichkeiten, dass 550 Aktive in der Turnabteilung ihrem wöchentlichen Training nachgehen können.

1998 Die Turnabteilung hat sich längst als Sportanbieter für jedes Alter etabliert. Von 2 bis 87 Jahre sind die Teilnehmer der verschiedenen Angebote. Im März 98 wird die Auszeichnung Pluspunkt Gesundheit verliehen. Eine nicht alltägliche Auszeichnung, die hauptsächlich der Übungsleiterin Monika Mutschler zu verdanken ist, die über Jahre hinweg im Bereich Gesundheitssport wirkt und sich besondere Trainerlizenzen erworben hat. Evi Wörne und Anja Rapp übernehmen das Training der Mädchenleistungsriege.

1999 sieht man die Erfolge der beiden Trainerinnen. Bei den Kreiswettkämpfen erturnten die Mädchen 3 und bei den Gaumeisterschaften 2 Goldmedaillen. Bei den Kunstturnern ist man die gute Platzierung bereits gewohnt. Erfreulich ist, dass mit Manuel Hafen und Moritz Wissert zwei weitere Talente für den BSC turnen. Bei den Leichtathleten werden Sarah du Miriam Weinzierl Kreismeister. Das Jahr 2000 und 2001 brachte die ersten internationalen Einsätze unserer Turner. Phillip Häuber turnte 2000 beim UWW Cup in Wien für die badische Mannschaft. Florian Wissert machte es ihm im Jahr 2001 nach. Florian Wissert schaffte in diesem Jahr auch die Aufnahme in den Bundeskader des Deutschen Turnerbundes. Bei den Mädchen wurden vordere Plätze bei Kreis, - Gau und Bezirkswettkämpfen erturnt. Neu in der Turnabteilung ist die Klettergruppe von Thomas Grimm und Michael Maurer. Sie haben mit der neuen Schulsporthalle Trainingsmöglichkeiten für diesen tollen Sport erhalten.

 

2002 beginnt Claudia Beck mit de Fitnessgruppe am Donnerstagabend.

 

Seit September 2003 gibt es in der Turnabteilung auch eine Walking-Gruppe. Sie wurde von Christel Sommer ins Leben gerufen und wird auch von ihr geleitet. Erste Ergebnisse sieht man bei ihrem tollen Auftritt zusammen mit der Männergymnastik am Unterhaltungsabend im Januar 2003. Die Kunstturner haben sich in Baden schon längst etabliert. Der BSC gehört im Nachwuchsbereich zu den erfolgreichsten Vereinen. Alle vier Kunstturner gehören schon mehrere Jahre dem Badischen, Baden-Württembergiscen- oder dem Bundeskader an. In der ersten Hälfte des Jahres 2004 arbeitet die Vorstandschaft der Turnabteilung auf das besondere Jubiläum hin, bei dem man sich besonders für die Sport-Gala am Samstagabend und Sonntagnachmittag mit dem Spiel ohne Grenzen einsetzt. Was das nächste halbe Jahr und die nächsten 25 Jahre bringen, werden wir hoffentlich in einer Chronik zum 100jährigen Jubiläum im Jahre 2029 lesen.

 

Leichtathletik

 Im Dezember 1982 kamen die Leichtathleten zu den Turnern. Sie wurden von Joseph Bill bis 1988 trainiert, danach übernahm Manfred Häßig das Training, der auch die Schüler-Leichtathletik seit der Gründung 1986 bis heute trainiert. Bis zur Entstehung der Schulsportanlage im Juli 1991 trainierten die Leichtathleten in der Halle und auf dem Sportplatz in Nimburg. Eine feste Institution der Leichtathleten ist der Silberberglauf, der seit 1987 mit großem Erfolg und mit sehr guter Resonanz durchgeführt wird. Ferner wurde und wird regelmäßig am den Badischen- und an den Baden-Württembergischen Meisterschaften teilgenommen.

 

Seit 1997 nimmt Julian Krams regelmäßig an den Badischen Meisterschaften und an den Baden-Württembergischen Meisterschaften im Kugelstoßen teil. Die Platzierungen sind unter den besten Zehn.

 

1998/99 nahm man an den deutschen Straßenmeisterschaften in Potsdam und Xanten teil.

 

1999 wurde Roland Krams Baden-Württembergischer Berglaufmeister.

 

2000/2002/2003 belegte Manfred Häßig im Speerwurf jeweils den 3. Platz bei den Badischen Seniorenmeisterschaften.

 

 Den jüngsten Erfolg errang Roland Krams beim Kaiserstuhllauf 2004 in Ihringen über 18,5km, wo er in der Hauptklasse den 1. Platz belegte.

 

Die Volleyballer der Turnabteilung

 Auf der Generalversammlung des Bahlinger Sportclub am 17.11.1973 wurde offiziell die Gründung einer Volleyballmannschaft bekannt gegeben. Ihre Betreuung übernahm Christian Becker. Seither wird im Bahlinger SC – allerdings praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit – Volleyball gespielt. Denn da es in Bahlingen an einer geeigneten Halle fehlte, musste man nach auswärts ausweichen. Zuerst kam man in Wagenstadt unter, nach der Fertigstellung der Nimberghalle dann in Nimburg. Man musste sich eigentlich wundern, dass die Volleyballmannschaft unter diesen erschwerten Verhältnissen sich Jahr um Jahr stetig aufwärts entwickelte und auch nie Mangel an Nachwuchs hatte. Die steigende Spielstärke wird auch im Abschneiden in den Rundenwettkämpfen deutlich, an denen die Mannschaften sei 1975/76 teilnahm.

 

Neben den Rundenwettkämpfen in der Bezirksklasse Breisgau-Nord beteiligte sich Bahlingens Volleyballer auch an Turnieren. 1976 gelang beim Wanderpokalturnier in Mengen ein 3. Platz und bei einem großen Turnier in Badenweiler unter zwölf Mannschafen ein überraschend guter 4. Platz. 1977 landete man beim Wanderpokalturnier in Mengen sogar auf dem 2. Rang, während man 1977 wegen Terminschwierigkeiten an Turnieren nicht teilnahm. In den beiden ersten Jahren übernahm das Traineramt Horst Köpfle, Freiburg-St. Georgen, 1977/78 war es dann Thomas Fritsch aus Donaueschingen, und ab 1979 wurden die Volleyballer von Heinz Maurer trainiert. Spielführer war 1975/76 und 1976/77 Walter Beck, 1977/78 Jürgen Koch, und danach versah dieses Amt Jürgen Reif. Natürlich kam auch die Pflege der Kameradschaft nicht zu kurz. Im Oktober 1976 unternahm man eine „5 Tagesfahrt“ nach Paris, die allen Teilnehmern unvergesslich bleiben wird. In den anderen Jahren beteiligte man sich immer zahlreich an den alljährlichen Fahrten und Wanderungen der Turnabteilung.

 

Volleyball wird in Bahlingen mittlerweile seit 31 Jahren gespielt. Die Gründer kamen überwiegend vom Turnen, weshalb die 1973 auch keinen eigenen Volleyballclub gründeten, sondern sich innerhalb der Turnabteilung des BSC formatierten. Und das ist bis heute so geblieben. Zur Gründung einer Volleyballmannschaft gehörten allerhand Mut und Zuversicht, denn es gab in Bahlingen zu jener Zeit keine geeignete Halle. Dies änderte sich erst 1984 mit der Einweihung der Silberberghalle. Trotz der schwierigen Umstände gab es schon 1979 eine Damenmannschaft, und 1980 war auch eine zweite Herrenmannschaft gemeldet. In der Nimberghalle in Nimburg, wo man auch trainierte, wurde 1979 erstmals ein zweitägiges Pfingstturnier organisiert, das dann von 1985 in der Silberberghalle stattfand und bis 1997 jeweils der Höhepunkt des Spieljahres war.

 

Zur Teilnahme an Turnieren befreundeter Vereine wurden auch weite Reisen unternommen, so 1983 nach Essen, wo man einen hervorragenden zweiten Platz belegte. Auch wurde 1983 erstmals eine Nachwuchsmannschaft mit zehn Jugendlichen gebildet.

 

 Die Silberberghalle brachte neuen Schwung. Zwar gab es nur noch eine Herrenmannschaft, dafür formatierte sich eine zweite Frauenmannschaft, und zur Jugendmannschaft kam noch eine Mädchenmannschaft. Als Trainer der Herren- und der ersten Damenmannschaft wird 1985 Thomas Grimm genannt. Bis 1999, also 14 Jahre, war er als Volleyball-Übungsleiter tätig.

 

Sogar auf 15 Jahre brachte es von 1984 an Klaus Holderer als Jugend- und Damentrainer. Ein großes Erlebnis war für eine Herren- und eine Mixedmannschaft 1987 die Teilnahme am Deutschen turnfest in Berlin. Damals zählte man bei den Volleyballern 77 Aktive. Neun Jahre von 1984 an leitete Heidi Meier die Geschicke der Bahlinger Volleyballer.

 

Das Jahr 1999 brachte einen tiefen Einschnitt, denn die Herren- und erste Damenmannschaft lösten sich auf. Seither wird in Bahlingen die Fahne des Volleyball von Mädchen und Frauen hoch gehalten. Stütze und Sicherheit bietet ihnen dabei mit Gerd Brenn ein erfahrener Volleyballer. Er spielte schon 1982 aktiv Volleyball, wurde 1987 Jugendtrainer und trainiert inzwischen auch schon einige Jahre die Damenmannschaft. Seit 1998 ist er Leiter der Volleyballgruppe in der BSC-Turnabteilung.

 

In der zurückliegenden Spielrunde hatten die Damen gelegentlich Aufstellungsprobleme, denn es standen nur sechs Spielerinnen zur Verfügung. In der Kreisklasse wurde der 4. Platz belegt. Die weiblichen C-Jugend, zu der 15 Spielerinnen gehörten und von Tanja Vögtlin trainiert wurde, beteiligte sich an den Bezirksjugendmeisterschaften. Sechs der Mädchenrücken in der nächsten Saison zu den Damen auf, so dass dort genügend Spielerinnen zur Verfügung stehen werden. Außerdem besteht innerhalb der Volleyballgruppe noch eine gemischte Freizeitmannschaft mit derzeit zwei Frauen und sechs Männern.